Ausstellungen

Kastenbilder
Vergessenes Brauchtum

15. Mai bis 30. September, täglich 10-17 Uhr

Kastenbilder sind - wie der Name nahelegt - kleine vitrinenartige Kästchen, in denen Objekte unterschiedlichsten Inhalts ausgestellt sein können. Diese „Kästen“ sind meist als tiefe, an der Vorderseite verglaste Rahmen ausgebildet, können aber auch die Form von Schreinen, Tabernakel oder Schatullen annehmen. Sie haben die empfindlichen Inhalte vor Beschädigung, Entwendung und Verschmutzung zu schützen, können über die reine Schutzfunktion hinaus aber auch selbst sehr aufwändig gearbeitet sein . In Einzelfällen können die „Kästen“ auch durch Glasstürze oder Glasflaschen ersetzt werden, welche die gleiche Funktion haben.

Kastenbild 8
Kastenbild mit vergoldetem Holzrahmen, Klosterarbeiten und Darstellung der Mutter Anna, Maria das Lesen lehrend aus Wachs, 19. Jh.
Kastenbild 26
Kastenkrippe, 19. Jh.

Kästen oder Gehäuse zum Schutz wertvoller und empfindlicher Inhalte hat man schon im Mittelalter verwendet, bspw. zur Aufbewahrung und zur Präsentation von Reliquien. In der Barockzeit wurde mit der Ausbreitung und Zunahme der religiösen Volkskunst viele Themen als dreidimensionale Inszenierungen in einen Kasten gestellt. Das reichte von Heiligenbildern, Reliquien, Krippen und Messfeierszenen bis hin zu profanen und volksreligiösen Darstellungen.

Verantwortlich dafür war auch der Wunsch weiter Teile der Bevölkerung, kleine religiöse Objekte der Verehrung für die private Andacht innerhalb der eigenen vier Wände zu besitzen. Viele, aber nicht alle dieser Objekte wurden deshalb von vorne herein für den privaten Gebrauch angefertigt.

In der Biedermeierzeit erlangten persönliche Ereignisse in der eigenen Familie und die Erinnerung daran vorrangige Bedeutung. So entstanden im 19. Jh. Kastenbilder zu den Themen Hochzeit und Tod. Beide Ereignisse sind ganz entscheidend mit Übergangsritualen verbunden, ersteres mit der Statusänderung von der Jungfrau zur verheirateten Frau und zweiteres als Eintritt in ein neues, ewiges Leben. Kastenbilder dieses Typs sind in ganz Europa und sogar in Amerika anzutreffen. Sie waren vornehmlich für den privaten Gebrauch bestimmt und wurden in den Stuben oder Schlafzimmern aufgehängt.

Die Kästen wurden meistens aus Karton gefertigt und mit einem mal mehr, mal weniger aufwändigen Holzrahmen versehen. Das Innere bestand vorwiegend aus Papier- oder Stoffblumen, Wachsperlen, Draht, Borten und Glitter sowie diversen Fotografien. Sie wurden von professionellen Kastenmachern hergestellt und man konnte sie über einen Katalog bestellen.

Sowohl bei den Hochzeits- als auch bei den Totengedenkbildern steht häufig der Kranz als Hauptsymbol im Mittelpunkt.
Bei der Hochzeit diente er als Symbol des Übergangs von der Jungfrau zur Verheirateten Frau. Die Kränze der Totenbilder sind jenen der Hochzeitsbilder ähnlich, weisen aber etwas andere Details auf, bspw. in der Blumenart oder in der Verwendung von Kreuz, Herz und Anker als Synonyme für Glaube, Liebe und Hoffnung.

Kastenbild 2
Kastenbild: Erinnerungsbild an die goldene Hochzeit, 1929
Kastenbild 4
Kastenbild: Erinnerungsbild an die Mutter, mit Haarkranz, 1870

Eine Besonderheit der Totengedenkbilder ist die Verwendung von menschlichem Haar. Das Haar spielt im Volksglauben eine immens wichtige Rolle, galt es doch als Zeichen für Leben und Kraft, da es auch noch einige Zeit nach dem Ableben weiterwächst.

Die Hochblüte der Hochzeits-und Totengedächtnisbilder endete mit dem 1. Weltkrieg. „Der biedermeierliche Familienkult, der Auslöser der biografischen Erinnerungsbilder gewesen war, hat das Sterben auf den Schlachtfeldern und in den Schützengräben nicht überstanden“ (Reiner Sörries).

Die in der Ausstellung gezeigten Exponate stammen zum Großteil aus dem Tiroler Volkskunstmuseum und wurden dem Augustinermuseum Rattenberg dankenswerterweise als Leihgaben von den Tiroler Landesmuseen/Land Tirol zur Verfügung gestellt.



Rattenberger Kreuzgang Konzerte

Organisation und Durchführung: Mag. (FH) Martina Mayer

Anfragen und Reservierungen bitte unter:
Tel.: +43 (0)5337 / 648 31
Mail: info@augustinermuseum.at

Veranstaltungsort: Augustinermuseum Rattenberg, Kreuzgang
Kartenverkauf: Augustinermuseum, Vorverkauf: € 12,- / Abendkassa: € 15,-



22. Juni 2017, 20 Uhr
1. Kreuzgangkonzert

„Barocke Lebensfreude in der Musik von J.S. Bach und H.U. Roth“
Britta Ströher - Sopran
Sunhild Anker - Violoncello
Johannes Anker - Kontrabaß
Lorenz Benedikt - Cembalo

06. Juli 2017, 20 Uhr
2. Kreuzgangkonzert

Duo Lindemar präsentiert: „Pasiune - Leidenschaft“
Gerlinde Heis - Harfe
Otmar Pichler - Akkordeon

20. Juli 2017, 20 Uhr
3. Kreuzgangkonzert

„...Sand am Meer“ Duo Ohrwärmer spannt den Bogen von Italien nach Südamerika - H. Villa-Lobos, M. Tedesco, E. Granados, A. Piazzolla u.a.
Sascha Rathey - Querflöte
Daniel Müller - Gitarre

03. August 2017, 20 Uhr
4. Kreuzgangkonzert

Ensemble rosarum flores präsentiert: „Fiori musicali“ - erlesene Blüten aus dem barocken Kammermusikrepertoire
Ilse Strauß - Blockflöte
Ursula Wykypiel - Barockvioline
Wolfgang Praxmarer - Theorbe, Barockgitarre
Michael Anderl - Cembalo

17. August 2017, 20 Uhr
5. Kreuzgangkonzert

„bon voyage“ - Ein kurzweiliger Ohrenschmaus mit Werken von B. Bartok, J. Casken, R. Schumann, J. Motschmann, M. Azzan u.a.
Susanne Fröhlich - Blockflöte
Katharina Landl – Klavier



Vorträge

Ort: Pfarrzentrum Rattenberg, Pfarrgasse 8
Eintritt frei

Fr. 29. September 2017, 20 Uhr

Mag. Sonja Stabentheiner und Dr. Anne Waldner
Die Zillertaler Inklinanten
Die Auswanderung der Zillertaler Protestanten von Tirol nach Preussisch-Schlesien 1837.
Mit Buchpräsentation: „Von Zillerthal nach Zillerthal“

Fr. 24. November 2017, 20 Uhr

Matthias Breit
„Achtzehnhundertunderfroren“ - Die Hungerjahre 1816/17 in Tirol
Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im April 1815 hatte in den Folgejahren auch in Europa zu Klimaveränderungen geführt, die heute als die »Jahre ohne Sommer« bekannt sind: Zahlreiche europäische Staaten erlebten Ernteausfälle, Hungersnöte, Herrschafts- und Wirtschaftskrisen.
Matthias Breit, der Leiter des Gemeindemuseums Absam beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema und erläutert in seinem Vortrag die Auswirkungen dieses Vulkanausbruches auf Tirol aus geologischer, wirtschaftlicher und historischer Sicht.

Fr. 15. Dezember 2017, 20 Uhr

Manfred Waltner
Der Imster Schemenlauf
Seit 2010 gehört der Imster Schemenlauf zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Manfred Waltner spricht in seinem Vortrag über Entstehung, Herkunft und Geschichte dieses weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannten Brauches.



Pressemitteilung: Rattenberger Kreuzgangkonzerte 2017 im Augustinermuseum

Die mittlerweile etablierte und sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe der „Rattenberger Kreuzgangkonzerte“ im Augustinermuseum wird auch 2017 wieder im 14-tägigen Rhythmus vom 22. Juni bis 17. August fortgeführt. Die Verantwortliche für diese Konzertreihe Mag.(FH) Martina Mayer engagierte für die fünf Konzerte Tiroler Künstlerinnen und Künstler mit internationalen Erfolgen.

Beim 1. Kreuzgangkonzert im Augustinermuseum (22. Juni, 20 Uhr) erklingen unter dem Motto „Barocke Lebensfreude in der Musik von J.S. Bach (1685-1750) und H.U. Roth (1954-2016)“ Solosuiten und geistliche Kantaten. Die Sängerin Britta Ströher wird gemeinsam mit Sunhild Anker (Violoncello), Johannes Anker (Violone) und Lorenz Benedikt (Cembalo) dem Reiz der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Welt von Bach und Roth aufspüren.
Es besteht bei diesem Konzert auch die Möglichkeit, Instrumente des Geigenbauers H.U. Roth zu besichtigen.

Weiter geht der musikalische Reigen beim 2. Kreuzgangkonzert (6. Juli, 20 Uhr) mit dem aus Hall stammenden Duo Lindemar. Die Harfinistin Gerlinde Heis und Otmar Pichler am Akkordeon stellen unter dem Motto „Pasiune – Leidenschaft“ Eigenkompositionen vor. Sie verstehen es, aus ihren Instrumenten Klänge hervorzubringen, welche man dieser Besetzung nicht zuschreiben würde. Ihre Begeisterung und Freude an der Musik ist offensichtlich und verzaubert dadurch den Zuhörer. „Es soll Balsam für die Seele sein“, so ihr Motto.

Das Duo Ohrwärmer – Sascha Rathey (Querflöte) und Daniel Müller (Gitarre) sind beim 3. Kreuzgangkonzert (20. Juli, 20 Uhr) zu Gast. Sie sind immer auf der Suche nach den passenden Klangfarben und spielerischer Leichtigkeit und spannen den Bogen von Italien nach Südamerika.

In der  klanglich reizvollen Besetzung mit Violine, Blockflöte, Cembalo und Theorbe bzw. Barockgitarre musiziert das Ensemble Rosarum flores beim 4. Kreuzgangkonzert (3. August, 20 Uhr) vorwiegend früh- und hochbarocke Werke von A. Vivaldi, G.P. Telemann, M. Uccellini, H. Purcell und anderen. Der barocken Klangrede wird in diesem Programm breiter Raum gegeben, Musik erblüht in bunter Farbenpracht und wird so zu einem sommerlichen Blütenstrauß.

Susanne Fröhlich (Blockflöten) und Katharina Landl (Klavier) beenden die Konzertreihe am 17. August, 20 Uhr. Das außergewöhnliche Duo steht für klangästhetische, leidenschaftliche Interpretationen, die das Publikum immer wieder aufs Neue in den Bann ziehen. In „bon voyage“ tauchen die beiden preisgekrönten Musikerinnen in faszinierend neue Klangwelten und begeben sich auf eine exotisch virtuose Entdeckungsreise durch unterschiedlichste Genres. Ein kurzweiliger Ohrenschmaus mit Werken von B. Bartok, J. Casken, P. Hannan, J. Motschmann, A. Piazzolla und R. Schumann.

Die Organisatoren freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Karten sind direkt im Augustinermuseum erhältlich. (Vorverkauf € 12,- | Abendkassa € 15,-)

Weitere Informationen:

Mag. (FH) Martina Mayer
Projektorganisation Kreuzgangkonzerte Augustinermuseum 2017
  Tel.: +43 (0)681 / 843 031 57
Mail: kreuzgangkonzerte.rattenberg@gmail.com