Sonderausstellung 2022

Zum 30-Jahr-Jubiläum des Augustinermuseums Rattenberg

ganz – zerbrochen

Eine Phänomenologie des Glases

25. Juni - 26. Oktober 2022, täglich von 10 bis 17 Uhr
Meisterklasse für Bildhauerei Martin Gostner - Kunstakademie Düsseldorf

Die 1773 gegründete Kunstakademie Düsseldorf und ihre KünstlerInnen genießen hohes nationales und internationales Ansehen. Bereits im 19. Jahrhundert ("Düsseldorfer Malerschule") waren viele der berühmtesten Künstler Deutschlands Düsseldorfer Absolventen. Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts behauptet die Kunstakademie eine ähnlich bedeutende Stellung für die Kunst der Gegenwart. Dies äußert sich etwa durch maßgebliche Beteiligungen an internationalen Ausstellungen (z.B. der Biennale Venedig oder der documenta Kassel). Heute befindet sich in Düsseldorf die "Kunstakademie der fünf Kontinente" mit Lehrenden und Studierenden aus aller Welt. Die KünstlerInnen der Akademie repräsentieren die internationale Kunstszene, viele zählten und zählen zu ihren bekanntesten ProtagonistInnen, u.a. Paul Klee, Josef Beuys, Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Rosemarie Trockel.

Die Stadt Rattenberg hat eine langjährige Geschichte und Tradition in der Glasverarbeitung. Auf Initiative der Museumsdirektorin Petra Streng wurde die Idee entwickelt diese große Tradition mit den Arbeiten von KunststudentInnen in einen Zusammenhang zu stellen.
Der Tiroler Künstler Martin Gostner leitet seit 2004 eine Meisterklasse für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf, und so erschien es naheliegend diese Verbindung Tirol –Düsseldorf dafür zu nützen.
Die Konzeption der Ausstellung dazu sieht nun nicht allein Verwendung des Mediums Glas vor, sondern insbesondere auch die übertragende Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Assoziationen und Erscheinungsformen von Glas, wie etwa schneiden, spiegeln, brechen, verletzen, aufbewahren, trinken, sehen, klirren, schützen, kochen, messen, erhellen. So werden unter diesen Voraussetzungen die verschiedensten künstlerischen Medien für die Realisierung verwendet werden. Dabei werden auch die ganz besondere Architektur und bei Manchem die kunsthistorische Sammlung des Augustinermuseums in die Realisierung miteinbezogen.

Das Augustinermuseum und die Stadt Rattenberg freuen sich sehr über die Zusammenarbeit mit der Kunstakademie Düsseldorf. Prof. Martin Gostner und „seine“ KünstlerInnen arbeiten auf internationaler Ebene mit hohem Niveau. Die Auseinandersetzung mit Glas und dem Phänomen Transparenz ist herausfordernd und wird sicherlich spannende Momente garantieren. Wir freuen uns über dieses Projekt, dass anregend sein soll – für KünstlerInnen und BesucherInnen!

Teilnehmende KünstlerInnen der Meisterklasse Prof. Martin Gostner: Jacqueline Bamfaste – Hanne Bleichert – Sven Raik Bernick – Mavi Garcia – Emily Goede – Amelie Karweick – Charlotte Klausener – Alesha Klein – Jonas Kohn - Henrike König – Hanne Köster – Lukas Köver – Emma Løkke – Carlotta Lösch-Will – Carolin Pfeffer – Jennifer Pint – Almut Rabenau – Lena Schmitt – Paul Schwaderer – Natalie Stroekens

Meisterklasse Prof. Martin Gostner, Foto: Augustinermuseum Rattenberg


Rattenberger Kreuzgangkonzerte


15.09.2022
19 Uhr

„Zerbrechlichkeit“
Wie kann man Zerbrechlichkeit bzw. Fragilität in der Musik zum Ausdruck bringen?
Das speziell für die Ausstellung GANZ ZER BRO CHEN im Augustiner Museum Rattenberg zusammengestellte Programm geht dieser Frage aus dem Blickwinkel der beiden MusikerInnen Sascha Rathey & Daniel Müller (=Duo Ohrwärmer) nach.
Das Duo Ohrwärmer zählt zu den aufstrebensten Querflöten/Gitarren Duos Österreichs und besticht durch seine Virtuosität und seine Fähigkeit mit Musik Geschichten zu erzählen. Mit Konzerten in Deutschland und Slowenien konnte es die letzten Jahre auch auf internationalem Boden überzeugen. Neben ihren beruflichen Tätigkeiten im Tiroler Symphonieorchester Innsbruck und am Tiroler Landeskonservatorium widmen sich die beiden Konzertmusiker der spannenden Aufgabe, neue Werke zu entdecken sowie Altbekanntes neu zu interpretieren. Mit Musik die Ohren zu wärmen – auf ihren Namen stießen Sascha Rathey und Daniel Müller an einem kalten Wintertag beim Proben in ihrer Wahlheimat Innsbruck. Seit 2013 begeistern sie ihr Publikum – mal hoch virtuos, mal verführerisch, mal charmant und eingängig.

Sascha Rathey (Querflöte)
Daniel Müller (Gitarre)

Duo Ohrwärmer


30.09.2022
19 Uhr

DAS APFELREGAL DES KAISERS
Ein sinnlich-heiteres Klangfest für Kaiser Maximilian I.
Europäische Orgelmusik vor, um & nach 1500
Anno 1506 liess Kaiser Maximilian I. (1459 - 1519) für seinen bereits zu Lebzeiten hochberühmten Hoforganisten Paul Hofhaymer (1459 - 1537) ein Apfelregal erbauen; diese außergewöhnliche, mit zahlreichen vergoldeten apfelförmigen Resonanzkörpern aus Apfelholz und zwei Blasebälgen versehene zierliche Tischorgel wurde von Hans Weiditz 1519 auf einem Holzschnitt abgebildet, der den Kaiser samt dessen Hofkapelle und Hoforganisten, der dieses besondere Instrument bespielt, während eines Gottesdienstes, vermutlich in Augsburg zeigt.
Anhand dieser bemerkenswerten Abbildung hat der österreichische Orgelbauer Christian Kögler aus St. Florian Kaiser Maximilians Apfelregal minutiös rekonstruiert und so als bis dato einziger Orgelbauer dessen strahlend sonoren Zungenklang in unseren Tagen wieder zu neuem Leben erweckt.
Peter Waldner, international konzertierender Tiroler Organist, Cembalist und Spezialist für Alte Musik und historische Tasteninstrumente, präsentiert im Augustinermuseum ein abwechslungsreich gestaltetes Konzertprogramm, das Orgelwerke um und nach 1500 präsentiert, die im näheren und weiteren Umfeld Kaiser Maximilians I. entstanden sind: Neben Werken anonymer und wenig bekannter Komponisten wie etwa Matthias Greitter stehen Kompositionen berühmter Meister wie Josquin Desprez, Heinrich Isaac, Paul Hofhaymer und des Hofhaymer-Schülers Hans Kotter, allesamt kunstvolle Intavolierungen, also Bearbeitungen geistlicher und weltlicher Lieder und Chansons für Tasteninstrumente, unter denen die Orgel eine besonders prominente Stellung einnahm; ergänzt wird das Programm mit ausgewählten europäischen Orgelwerken des frühen 16. Jahrhunderts aus England, Spanien und Italien, um so die süddeutsche Musik in einem internationalen Kontext und Vergleich zu beleuchten.
Am Apfelregal entführt der Musiker sein Publikum in die längst versunkene, faszinierend authentische, charakteristisch-farbenreiche, frisch, lebendig und unmittelbar vermittelte Klangwelt der europäischen Renaissance.

Prof. Mag. Peter Waldner
Christian Kögler

Peter Waldner


Reservierungen über das Augustinermuseum per Mail oder Telefon:
Tel.: +43 (0)5337 / 648 31 oder  Mail: info@augustinermuseum.at

Weitere Konzerte in Vorbereitung.