Ausstellungen

Ausstellung Advent 2019
Engel in und über Rattenberg

Öffnungszeiten
Freitags: 29. November, 13. und 20. Dezember von 15.00 bis 18.00 Uhr
Samstags: 23. und 30. November, 7., 14. und 21. Dezember von 14.30 bis 18.00 Uhr
Sonntags: 24. November, 1., 8., 15. und 22. Dezember von 15.00 bis 18.00 Uhr

„Man hört die lieben Engelchen singen (pfeifen)“ – diese alte Redensart geht auf die Vorstellung von einem Orchester der Engel zurück. Es öffnet sich in Bild, Musik und Literatur die Harmonie der himmlischen Sphären.

Vor allem im Mittelalter erlebte der Engelskult seine stärkste Ausprägung – Ihm standen die sogenannten Engelpuristen gegenüber, die die Bedeutung dieser himmlischen Wesen weniger würdigten.

Engel begleiten uns – in der Kunst, im Alltag. Man denke nur an den Schutzengelglauben, der bei Kindern und Erwachsenen sich noch großer Beliebtheit erfreut.

Engel sind Kunstobjekte, aber auch Glaubensinhalte in Vergangenheit und Gegenwart. Manchmal sind sie liebenswert, sie können auch aber auch ermahnen und Vorbild sein.

Das Augustinermuseum Rattenberg zeigt Engelsdarstellungen in vielfältiger Form mit Objekten aus dem eigenen Depot, der laufenden Dauerschau und Leihgaben der Tiroler Landesmuseen.

Fotonachweis: Pfarre Brixlegg
Fotonachweis: Engel aus der Sammlung Tuba, Augustinermuseum Rattenberg

Gläsern und kapriziös – Die Künstlerin Regina Doblander im Augustinermuseum

Engel und plakative Ornamentik werden von der Künstlerin Regina Doblander präsentiert. Ihre Engel sind z.T. weiblich, versehen mit beinahe luxuriös anmutendem Dekor. Originell positioniert sie auch im Zentrum der Ausstellung einen „Stanger“ (= Heumandl) mit Glasobjekten – eine besonders „lichte“ Sphäre ist also garantiert.

Fotonachweis: Regina Doblander

„Ein Engel fliegt durch Rattenberg…“ – und plötzlich tritt Stille ein. Diese allgemein gebrauchte Redensart hat eine sehr lange Tradition. Man meint damit, dass das hektische Treiben unterbrochen wird, ein (zumindest kurzfristiges) Ende findet.
Bei Plutarch (46-120 n.Chr.) heißt es über die Geschwätzigkeit: „Entsteht in einer Gesellschaft plötzliche Stille, so sagt man, Hermes sei hereingekommen.“ Der antike Götterbote – in Überlieferungen gleichzustellen mit einem Engelsboten – vermittelt bei seinem Erscheinen im übertragenen Sinne Ruhe und kurzes Schweigen.



Sonderausstellung Sommer/Herbst 2019
HaarKunst - Zum Gedächtnis

12. August bis 26. Oktober 2019, täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr

Haare spielen in der Kulturgeschichte eine wichtige Rolle. Sie sind – so in vielen Sprichwörtern und Überlieferungen dokumentiert: Sitz und Zeichen der Kraft, des Lebens. Selbst eine Glatze, das Fehlen einer Haarpracht oder Frisur, ist ein Statement. Wir färben die Haare, wir schneiden sie ab – oftmals kaum erkennbar, aber doch ein optisches Merkmal.

Haare können aber auch Kunstobjekte sein, eben zum Gedächtnis. Denn früher hat man die Haare der Verstorbenen kunstvoll verarbeiten lassen: In Form von Bildern, die als Erinnerung dienen sollten. Das Haar überdauert als Zeichen eines Lebens. Man kann diese besonderen Haarbilder gleichsetzen mit Andenken - mit den Sterbebildern der Gegenwart. Die Kunst in diesen Präsentationen besteht in der Bearbeitung, in der optischen Aufmachung, die Handwerk und Persönlichkeit in Verbindung bringen. Es mag morbid erscheinen, doch vor allem im 19. Jahrhundert war dies ein Erinnerungsmal. In der kleinen Sonderausstellung im Augustinermuseum werden diese besonderen Artefakte der regionalen Kultur gezeigt: Es ist eine Auswahl, die in dieser Vielfalt noch nie in Tirol präsentiert worden ist. Die Objekte stammen aus dem Fundus der Tiroler Landesmuseen (v.a. Tiroler Volkskunstmuseum) und werden ergänzt von Objekten aus dem Depot des Augustinermuseums Rattenberg. Haarbilder in dieser Form sind Memento-Mori-Objekte: Sie erinnern uns an den Tod, sind aber auch Zeichen, dass der Glaube an ein »Weiterleben« und eine Verbindung über den Tod hinaus besteht. In diesem Sinne steht auch der Auferstandene Christus im optischen Zentrum der Ausstellung. Eine ausgestellte Tafel aus dem Bestand des Augustinermuseums Rattenberg besagt: »Tod, wie bitter ist der Gedanke an dich« (Eccles. 45).

Tod und Leben, das Dasein, hängen eng beieinander – und dies zeigt sich nicht zuletzt am Phänomen Haar: Wir behalten die erste Locke des Neugeborenen auf, wir pressen sie in den Geburtskalender – warum sollte dies nicht – als Erinnerungsmal – auch nach dem Tode sein…

HaarKunst

In der Ausstellung „HaarKunst“ ist ab 17. September 2019 auch moderne Kunst zu sehen. Nicole Weniger zeigt 100 Haarproben rothaariger Menschen, eingesammelt am Red Hair Day in den Niederlanden, in Form einer großformatigen Collage. Dieses Wandbild ist Teil des Performaceprojektes Society of Posthuman Experience.

Die Society of Posthuman Experience, bestehend aus rothaarigen Menschen, betreibt Forschung im Fachgebiet des Rutilismus. Erfolge feierte die Society mit ihrem Projekt im Feld der genetischen Lichtbehandlung. Die im Jahr 2012 im Rahmen der letzten Weltausstellung im Gschwandner Etablissment in Wien stattgefundene Performance, veranschaulichte Untersuchungen, welche ein mögliches Überleben bei eventuellem Erlöschen der Sonne ermöglichen. Trotz ausstehendem Weltuntergang forscht die Society weiter, um Mythen über rothaarige Menschen aufzudecken bzw. zu determinieren. Eine weitere Performance findet an den Premierentagen November 2019 in Innsbruck statt.

Das Performanceprojekt Society of Posthuman Experience thematisiert die Legitimierung von „wissenschaftlichen“ Untersuchungen bestimmter Menschengruppen, deren rassistische Ideologisierung und die damit gemeingültige Doktrin. Wann wird Wissenschaft zu einem Instrument der Manipulation und Macht? Wie schnell glauben wir scheinbar wissenschaftlich belegten Dogmen? In der Performance wird (scheinbare) Wissenschaft inszeniert und persifliert, so dass auf absurde Art und Weise entblößt wird, was dahintersteckt.

Haardesign oder HaarKunst – manchmal Alltägliches, dass kulturgeschichtliche und sozialpolitische Hintergründe aufzeigen: wir registrieren, partizipieren, wundern uns. Haardesign kann so vieles sein, fern ab eines herkömmlichen Friseurbesuchs.


Rattenberger Kreuzgangkonzerte

Organisation und Durchführung: Mag. (FH) Martina Mayer

Anfragen und Reservierungen bitte unter:
Tel.: +43 (0)5337 / 648 31
Mail: info@augustinermuseum.at

Veranstaltungsort: Augustinermuseum Rattenberg, Kreuzgang

Konzerte 2020 in Vorbereitung!